Guter Rat für Tröstende

Seien Sie da

Das Wichtigste für Trauernde ist es , sich nicht alleingelassen zu fühlen.
Ziehen Sie sich nicht zurück aus Angst etwas falsch zu machen oder nicht richtig helfen zu können.

 

Hören Sie zu

Trauernde befinden sich in einer neuen ungewohnten Situation. Vielen hilft es darüber zu reden. Oft wird dabei immer wieder dasselbe wiederholt. Hören Sie trotzdem geduldig zu, auch wenn es oft anstrengend ist. Dem Trauernden hilft die häufige Wiederholung mit den ungewohnten Gefühlen umzugehen.

 

 Den Verstorbenen beim Namen nennen

Viel schlimmer als von ihm zu reden ist den Verstorbenen totzuschweigen. Dabei hilft die Vorstellung, dass man Trauernde durch die Nennung nicht zusätzlich verletzt, denn sie können ohnehin oft an nichts anderes denken. Reden hilft oft, klammern Sie den Verstorbenen dabei nicht aus, sondern erinnern Sie sich gemeinsam.

 

Machen Sie keine Vorschriften

Jeder Mensch trauert anders und es gibt dabei kein besser oder schlechter. Bieten Sie ihre Hilfe an, machen Sie Vorschläge „Was hältst du davon..“ oder „Möchtest du vielleicht..“

 

Lassen Sie Gefühle zu

Wenn ein Trauernder weint , lassen Sie ihn weinen.
Haben Sie auch keine Angst ihre eigenen Gefühle zu zeigen. Unterdrückte Gefühle  lassen oftmals unbeteiligt erscheinen.
Wenn Sie sich überfordert fühlen sagen Sie das, es ist besser als sich wortlos zurückzuziehen.

 

Seien Sie nachsichtig

Trauernde befinden sich in einem Ausnahmezustand, fühlen und denken oft anders als man es erwartet oder gewohnt ist. Manche Trauernde sind auch gereizt und ungerecht, zornig auf alles und jeden.

Seien Sie nachsichtig und verzeihen Sie.

 

Trauernden ihre Zeit lassen und sie nicht drängen

Der Trauernde entscheidet, wann er die Mäntel an der Garderobe wegräumt, ob er den Anrufbeantworter ändert, wie er das Zimmer des Verstorbenen lässt oder umgestaltet, was er behalten oder weggeben möchte.

 

Ergreifen Sie Initiative

Versuchen sie dem Trauernden allen unnötigen Stress abzunehmen und ihn im Alltag zu unterstützen z.B. gemeinsames Einkaufen oder kochen. Aber vermeiden Sie es Alltagsaufgaben die er alleine bewältigen kann abzunehmen.

 

Seien Sie konkret

Vermeiden sie pauschale Vorschläge wie „Wir können ja mal Kaffeetrinken oder spazieren gehen“. Diese werden meist nicht angenommen. Laden Sie bewusst ein: „Ich erwarte Dich morgen Nachmittag zum Kaffee.“ , oder „Ich hole dich am Freitag um 14.00Uhr zum Spaziergang ab.“

Pflegen Sie Rituale und motivieren Sie den Trauernden zu Aktivitäten. Oft hilft es ab und zu mal ein bisschen abgelenkt zu werden und zu sehen, dass das Leben weitergeht.

 

Helfen Sie langfristig

Nicht nur in den Tagen und Wochen nach der Beerdigung ist Ihre Hilfe gefragt sondern noch länger, z.B. am Geburtstag des Verstorbenen oder anderen Jahrestagen

Fragen sie auch noch nach 6 Monaten wie es dem Trauernden geht, wie das Leben ohne den Verstorbenen ist. Das ist oft die schwerste Zeit, denn die Sehnsucht beginnt und oft meinen Freunde und Verwandte, dass es doch jetzt eigentlich besser gehen sollte.

Achten sie auf ungewöhnliche Reaktionen des Trauernden 8z.B. Schlafstörungen, Reizbarkeit, Isolation, Schuldgefühle) und versuchen Sie in diesem Fall, dass er psychologische Hilfe annimmt.

 

 Schreiben Sie etwas

Wenn es Ihnen schwer fällt, Gedanken oder Gefühle auszusprechen, schreiben Sie sie für den Trauernden auf. Geschriebenes kann durch mehrfaches gelesen werden mehrfach trösten.